Grazienbrunnen
von Ernemann Sander
»Dieser aus Sockel, Brunnenschale, Säule mit abschließender Figurengruppe bestehende Brunnen hat seine Vorgeschichte in einem anderen Zierbrunnen, dem vor dem Zweiten Weltkrieg abgetragenen Fischmädchenbrunnen am Kaiserplatz in Bonn. Seine 1974 wieder aufgefundene Brunnenschale war Anlaß, den Bildhauer Sander mit einem Brunnenentwurf zu beauftragen.
Für die künstlerische Gestaltung bot sich ein zwei Jahre zuvor entstandenes Modell einer unausgeführt gebliebenen Figurengruppe von drei lebensgroßen, nackten Frauen an, das sich derzeit in Sanders Atelier befand. (...) Im Entstehungsprozeß des Werks formulierte sich für Sander die Bezeichnung der Figuren. Er nannte sie nach den drei Grazien, Aglaia, Thalia und Euphrosyne, womit der Brunnen seinen Namen erhielt: Grazienbrunnen. Mit dieser Benennung knüpft Sander an eine lange mythologische und ikonographische Tradition an. Das Bild der drei Grazien geht bis in die archaische Zeit Griechenlands zurück, wo es seinen Ursprung hat. Das Grazienmotiv war in der Folge zu fast allen Zeiten in der bildenden Kunst lebendig und Sanders Gruppe zeigt, daß es bis heute nicht an Reit verloren hat.«
(Wynhoff, 1997, S. 129)
Niesen, Josef: Bonner Denkmäler und ihre Erbauer. Bonn 2013.
Schwedt, Georg: Bonner Brunnen und Wasserspiele. Quellen, Pumpen und Fontänen in der Stadt Bonn und ihren Stadtteilen. Bonn 2024.
Weingartz, Hans: Von der Liegenden mit Kind bis Mother Earth. Kunstwerke im öffentlichen Raum von Bonn - 1950 bis heute. Bonn 2022.
Wynhoff, Elisabeth: »Der Grazienbrunnen am Dreieck in Bonn«, in: Sander, Gero (Hrsg.): Ernemann F. Sander. Königswinter 1997, S. 126ff.
Zabel-Zottmann, Gabriele: Skulpturen und Objekte im öffentlichen Raum der Bundeshauptstadt Bonn. Aufgestellt von 1970 bis 1991. Mit Betrachtung einer Auswahl vorher sowie anschließend aufgestellter Werke. Bonn 2012.
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