Lese-Zeichen
von Horst Hoheisel und Andreas Knitz
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© Andreas Axel Kirch, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons -
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Aus der Deutschen Reichs-Zeitung vom 11. Mai 1933:
»In der letzten Nacht fand auf dem Bonner Markt die Kundgebung der Bonner Studentenschaft „wider den undeutschen Geist“ statt. Die Teilnahme der Dozenten- und Studentenschaft sowie der Bevölkerung war sehr stark, so daß sich die Kundgebung trotz des niedergehenden Regens zu einer wirklichen Massenkundgebung gestaltete. Der Marktplatz erstrahlte in heller Beleuchtung, Lautsprecher ließen alle Zuhörer das Geschehen leicht miterleben. Auf dem Markt war der Scheiterhaufen aufgerichtet, auf dem die zersetzenden Schriften jüdischer und marxistischer Autoren verbrannt wurden. Frische Marschmusik leitete die Kundgebung ein.
Dozenten- und Studentenschaft hatten an der Universität Aufstellung genommen. Um 23 Uhr begann der Anmarsch, voraus die Professoren, dann die große Schar der SA; es schlossen sich der Stahlhelm, die Chargierten der Korporationen mit ihren Mitgliedern, die Freistudentenschaft und die Studentinnen an. Die Dozentenschaft und die Behörden nahmen auf der Freitreppe des Rathauses Aufstellung. Von hier aus wurden die Ansprachen gehalten [...].
[...] Nach dem Deutschlandlied wurde der Scheiterhaufen angezündet. Hell loderten die Flammen zum Himmel, immer neu gepeitscht stiegen sie empor.«
Die historischen Zeitungsartikel werden ausschließlich als zeitgeschichtliche Quellen wiedergegeben; ihre Inhalte und Wertungen werden dadurch nicht übernommen.
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