Beethoven-Denkmal (A 1253)
Aus der Kölnischen Zeitung vom 14. August 1845:
»Jetzt steht Beethoven auf unserem Münsterplatze. Die feierliche Enthüllung der Statue ist vollendet, und zwar mit dem größten Glanze, den man irgend dafür hätte wünschen, kaum aber im Voraus ahnen können. Die Enthüllung fand wirklich nicht bloß im Beisein unseres hochverehrten Königs und unserer allgeliebten Königin Majestäten, sondern auch sogar im Beisein der mächtigsten Frau der Welt, der Königin Victoria von England Majestät, Statt. [...] Heute war der Münsterplatz prachtvoll geschmückt; von dem hohen Thurme des Münsters, von den Häusern, von den Bäumen und von großen aufgesteckten Mastbäumen wehten die Farben aller Nationen und Länder, welche in irgend einer Weise bei dem Denkmale und seiner Errichtung sich betheiligt hatten, in zahlreichen Fahnen herab; Bühnen und Sitze erhoben sich rings um das noch verschleierte Monument zur Aufnahme der Ehrengäste und Theilnehmer an dem Feste. Der Altan an dem schönen gräflich Fürstenbergischen Hause, welches gerade in der Mitte der Ansicht des Denkmals liegt, war auf das prachtvollste mit rothem, goldgebortetem Sammt ausgeschlagen, für die Majestäten und andere höchste Herrschaften vorbereitet. [...] Ein feierliches Hochamt wurde gehalten mit Beethoven’s Missa Nr. 1 (in C), unter der musikalischen Leitung des Professors D. Breidenstein. Die Ausführung war eine fast in allen ihren Theilen gelungene. Darauf fand die feierliche Inauguration nach Ankunft Ihrer Majestäten Statt. Von ganz außerordentlichem Volksjubel wurden Allerhöchstdieselben begrüßt, wie Sie zu Wagen über den Münsterplatz nach dem gräflich Fürstenberg’schen Palais von der bonn-kölner Eisenbahn fuhren; Kanonen erdonnerten, und alle Glocken ließen gleichzeitig Töne der freudigsten Begrüßung und Verehrung weithin erschallen. [...] — Einige Minuten nachher öffneten sich die Flügelthüren des großen Balkons, die Majestäten traten auf denselben, und die allerhöchsten Frauen nahmen die Sitze ein. Ein abermaliger anhaltender Jubelruf erscholl allgemein so, als wäre ihm ein Ende nicht abzusehen gewesen. Nach einigen Momenten der Ruhe sprach der Präsident des Comite’s, Professor Breidenstein [...]. Bei den letzten Worten des Sprechers fiel plötzlich die ganze Hülle des Denkmals; ein allgemeiner Jubel erhob sich bei seinem Anblick, und wirklich warf in demselben Momente die Sonne, welche sich lange hinter den Wolken verdeckt gehalten, ihre schönsten Strahlen auf das Denkmal, als hätte sie Beethoven selbst und Hähnel’s Kunstwerk zugleich auf das freundlichste begrüßen wollen.«
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