Arndt-Denkmal (A 176)
Aus der Bonner Zeitung vom 30. Juli 1865:
»Der Morgen des langersehnten 29. Juli, bestimmt zur Enthüllung des Arndt-Denkmals, war endlich angebrochen. Die Stadt prangte im Festkleide und insbesondere waren diejenigen Straßen, durch welche der Festzug seinen Weg nehmen sollte, reich beflaggt. [...]
Um 10 Uhr versammelten sich die in großen Schaaren herbeiströmenden Festtheilnehmer auf dem Münsterplatze [...] und so setzte sich der Zug schnell geordnet unter den Klängen der Musik in Bewegung.
Voran schritt ein Musikcorps, welchem die ausführenden Künstler Afinger, Howald und Dieckhoff, begleitet von den Werkleuten, die bei der Aufstellung des Denkmals thätig gewesen, folgten. Hieran reihten sich das Arndt-Comite, die Mitglieder der verschiedenen Staats- und Communal-Behörden und Corporationen, die städtischen Männergesangsvereine und ein großer Theil der Studentenschaft.
Einem zweiten Musikcorps folgten der Veteranen-Verein, die Schützengesellschaft, die Turner-Feuerwehr und der Turn-Verein und eine große Menge aus den verschiedensten Ständen schloß den wahrhaft imposanten Festzug, welcher sich über die Brückenstraße, den Marktplatz, die Stocken- und Franziskanerstraße nach dem Festplatze – dem alten Zolle – bewegte, wo er sich um das noch mit einer Hülle umgebene Denkmal aufstellte. [...]
Die Feier wurde eröffnet durch die beiden hiesigen Männergesangsvereine, welche die von Karl Simrock gedichtete und von Musikdirektor Brambach componirte Festhymne unter der Leitung des Letzteren mit gewohnter Virtuosität vortrugen. [...]
Und bei den Worten: „Und so falle denn die Hülle“ wurde von den Turnern unter Böllerschüssen, Musik und Hochrufen der Versammlung die Umhüllung weggezogen und vor uns stand Vater Arndt im Sommersonnenschein, im goldigen Glanze da! Mit der linken Hand stützt er sich auf einen Eichenstamm, die Rechte hält er schützend nach dem deutschen Rheine hin ausgestreckt, dessen treuer Wächter er immer gewesen.«
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