Vinzenz von Paul
von Gottfried Welter
Aus der Bonner Zeitung vom 18. März 1896:
»Die Vincenz-Statue wurde bereits im Laufe des heutigen Tages auf dem Minoritenplatz aufgestellt. Die von uns z. Z. eingehend besprochene Staute erhebt sich auf einem 1.60 Meter hohen Unterbau aus rotem belgischem Weinstein. Das Piedestal erhält an der zur Neugasse hingerichteten Vorderseite eine von dem Pfarrer der Remigiuskirche verfaßte, lateinische Inschrift. Den Abschluß des Untersatzes bildet eine sich ringsum windende Traubenranke. Statue und Piedestal zusammen haben eine Höhe von 3.20 Meter. Das von einem Eisengitter eingefaßte Rondell, in dessen Mitte sich die Statue erhebt, wird nach Aufschüttung von Gartengrund demnächst eine angemessene gärtnerische Anlage erhalten.
Die mit Talent und Fleiß gearbeitete Statue kommt auf dem, gegen früher vorteilhaft umgestalteten, Minoritenplatz zu voller Geltung. Der jugendliche Künstler, dessen Meißel das Bildwerk geschaffen, ist, wie bereits erwähnt, ein Sohn unserer Stadt, Herr Gottfried Welter, der seine erste Lehre in der Kunstformerei von Wilbers auf dem Belderberg und seine eigentlich bildhauerische Schule 6 Jahre lang bei Professor Küppers genossen hat. Welter weilte alsdann ein Jahr in Rom und besuchte zu seiner weiteren Ausbildung die St. Lukas Akademie. Dort in Rom nahm er auf Veranlassung des Weinhändlers J. J. Hoffmann [sic], der in der Folge die Statue der Stadt Bonn zum Geschenk machte, den Vincenz, seine erste größere Arbeit, in Angriff. Nachdem er im August v. J. nach hier zurückgekehrt, wurde die Statue in den Wintermonaten hier vollendet.«
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