Bismarckturm (A 1346)
von Ernst Spindler und Theodor Wilhelm Düren
Aus dem General-Anzeiger für Bonn und Umgegend vom 1. April 1902:
»Am gestrigen Vorabend des Geburtstages Bismarcks wurde in Godesberg ein stolzes Denkmal zur Erinnerung an den größten Staatsmann Deutschlands eingeweiht und der Obhut der Gemeinde übergeben.
Dies sichtbare Zeichen dankbarer Erinnerung an den Schöpfer des Deutschen Reiches ist in einer kraftvoll gedrungenen, massigen Form gehalten, die ohne Weiteres Gedanken an die mächtige Persönlichkeit des eisernen Kanzlers in dem Beschauer wachruft. Im Hintergrunde von einem dunklen Waldsaume umgeben, erhebt sich der 23 Meter hohe Thurm auf einer der schönstgelegenen Höhen des Rheinstromes. Der mächtige Quaderbau, welcher auf einem felsenartigen Sockel von Niedermendiger Steinen ruht, ist aus Pfälzer Sandsteinen erbaut. Der untere Durchmesser des Thurmes, welcher von den Architekten Erdmann und Spindler - Berlin entworfen und von der Firma Th. W. Düren - Godesberg ausgeführt ist, beträgt 7,80 Meter. Die zinnenförmige Bekrönung des Bauwerkes ist mit den Eichen- und Kleeblättern des Bismarck’schen Hauswappens verziert. Auf der Plattform des Thurmes, zu der eine im Innern befindliche Treppe führt, ist ein Aufbau angebracht, welcher der alljährlichen Abbrennung des Bismarck-Gedenkfeuers dienen soll. Von der Plattform aus bietet sich dem Auge ein landschaftlich überaus reizvolles und abwechslungsreiches Bild auf Godesberg, den Rhein, das Siebengebirge und die weitere Umgebung.
Anläßlich der Feier prangten zahlreiche Gebäude der Gemeinde Godesberg im Flaggenschmuck. Von der Ruine grüßten wehende Fahnen nach der Wacholder-Höhe hinüber, woselbst sich vor dem Karl von der Heydt’schen Schlosse das Bauwerk sich erhebt.«
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