Ehrenhalle für die Gefallenen der Universität
von Hermann Mylius und Wolfgang Wallner
Aus der Deutschen Reichs-Zeitung vom 28. Juni 1930:
»Heute sind die Absperrungen in der Eingangshalle gefallen. Mit einer kleinen, eindrucksvollen Feier sollen die Gedächtnistafeln enthüllt werden, die in schlichter, aber monumentaler Form in der Zukunft von der Beteiligung der Bonner Hochschulen an dem Heldenkampfe und den erschütternd zahlreichen Opfern des Krieges Kunde geben sollen. Dadurch wird die Eingangshalle gegenüber der Fürstenstraße Ehren- und Gedächtnishalle. Sie entspricht mit ihren drei Schiffen an Umfang genau der Halle, die sich vor dem Umbau hier befand [...]. Die Gewölbe und Wände sind einfach hell geputzt, den Boden bedecken Solnhofener Platten. Eine farbige Note erhält die Vorhalle durch die Umkleidung der Pfeiler mit geschliffenen Kirchheimer (Main) Muschelkalkplatten. Aus demselben Material wurden die schweren Gedächtnistafeln an den Seitenwänden und die Bildhauerarbeiten geschaffen. Unter den äußeren Tafeln hängen schwere, monumentale Steinkränze, während unter den mittleren Tafeln breite Steinbänke stehen. Ueber den letzgenannten Tafeln ragen Kriegerköpfe aus den Wänden hervor. Man ist erschüttert, wenn man die riesigen Namenreihen sieht, die in klarer Antiquaschrift in den Stein gemeißelt sind. Im übrigen ist die Halle, dem ernsten Charakter entsprechend, völlig schmucklos. [...]
Um die Ausführung machten sich in gleicher Weise verdient Regierungs- und Baurat Dr. Mylius (Bonn) und Prof. Wallner (Köln), die gemeinsam die Entwürfe schufen. Letzterer modellierte zudem den bildhauerischen Schmuck.«
Die historischen Zeitungsartikel werden ausschließlich als zeitgeschichtliche Quellen wiedergegeben; ihre Inhalte und Wertungen werden dadurch nicht übernommen.
Niesen, Josef: Bonner Denkmäler und ihre Erbauer. Bonn 2013.
