Mariensäule

von Karl Menser

Entstehung: 1927 Kategorie: Brunnen Stadtteil: Poppelsdorf Standort: Robert-Koch-Straße 1, St. Marien Hospital
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Aus der Deutschen Reichs-Zeitung vom 15. Juni 1927:

»Das St. Marien-Hospital auf dem Venusberge bot sich gestern auf das vorteilhafteste dar im Schmuck vieler Fahnen, seiner neuen baulichen Erweiterungen und Wiederherstellungen, seiner schönen Parkanlagen, der Mariensäule über dem plätschernden Brunnen. Es galt die Wiedereinweihung des Hauses, nachdem es so lange der Verfügung seiner Eigentümer, der Schwestern des Ordens der armen Franziskanerinnen von der ewigen Anbetung, entzogen war.

[...] In der Achse des Torbogens ist inmitten reizender Anlagen die Mariensäule aufgestellt, die die am Bau beteiligten Unternehmer stifteten, Dr. Menser ausführte. Auf hoher Säule erhebt sich die Gestalt der Jungfrau, die dem Ankommenden die Arme entgegenbreitet. In unmittelbarem Uebergang ist sie aus dem Rund herausgearbeitet, ja in ihrer ganzen Form lebt der Rhythmus der Säule noch fort. Sie faßt die heraufführende Anhöhe und den Garten zusammen und bereitet auf das Gebäude vor, das so in seiner Wirkung noch verstärkt wird. Auch vom Hause aus bietet die Figur ein gutes Bild. Eine Schwierigkeit erwuchs dabei aus der Tatsache, daß sie von dort nur in der Rückenansicht sichtbar sein kann. Der Bildner löste diese Frage so, daß er die Bewegung der Madonna in starken einfachen Linien betonte, die bewirken, daß sie auch von hinten ganz verständlich ist und leicht und ohne Irrtum in der Vorderansicht vorgestellt werden kann. Die Krone, die den unteren Säulenschaft umgibt und von vier Jungfrauen gestützt wird, scheint als Motiv zu locker dem Uebrigen angefügt und sich rhythmisch nur unvollkommen mit ihm zu verbinden. Dagegen ist es ein ausgezeichneter Gedanke, das Wasser aus umgekehrten, abgeschnittenen Pyramiden herzuleiten und es in einem kleeblattförmigen flachen Becken aufzufangen, das durch vier Zacken an den Tiefpunkten glücklich belebt ist. Der schmale Anstieg der Gottesmutter und diese Form des Beckens gehen in ihrer leisen Annäherung an gotisches Formempfinden mit der Front glücklich zusammen. Wer von der höchsten Terrasse aus das ganze Gebiet überblickt, möchte den Brunnen nicht vermissen, weil er gliedert und sammelt.«

Die historischen Zeitungsartikel werden ausschließlich als zeitgeschichtliche Quellen wiedergegeben; ihre Inhalte und Wertungen werden dadurch nicht übernommen.

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