
Ehrenmal für die jüdischen Gefallenen
von Jakobus Linden
Aus der Deutschen Reichs-Zeitung vom 3. November 1930:
»Auf dem israelitischen Friedhofe an der Römerstraße wurde ein Ehrenmal für die im Weltkriege gefallenen jüdischen Soldaten der Gemeinde Bonn errichtet. Bildhauer Jakobus Linden aus Bonn ist der Schöpfer des Mals. Schlicht und doch ausdrucksvoll ist das Werk Lindens. Ein breiter Sockel aus deutschem Klinker-Mauerwerk trägt den Gedenkstein. Ueber den Gedenkstein lässig hingelagert ist eine faltenreiche Fahne mit zerbrochener Fahnenstange, die an einer Seite des Gedenksteines die Namen der jüdischen Gefallenen freiläßt. „Weh, daß die Helden fielen inmitten des Kampfes“ steht als Spruch am Fuße des Steines. Stein und Fahne wurden aus Rochlitzer Porphyr gehauen. Das Ehrenmal fand in unmittelbarer Nähe des Friedhofseingangs Aufstellung. Der erste Blick des Friedhofbesuchers muß also ihm und damit dem Gedenken der jüdischen Gefallenen gelten. Das Werk ist in seiner künstlerischen Geschlossenheit und Eigenart, in seiner technischen Reife ein neuer Beweis für die abgerundete Kunst Lindens.
Gestern vormittag fand die Weihe dieses Ehrenmals statt, die vom Reichsbund jüdischer Frontsoldaten veranstaltet wurde und an der eine große Zahl Vereine mit ihren Fahnen teilnahm. [...] Das Deutschlandlied rundete den schlichten, aber eindrucksvollen Weiheakt ab.«
Die historischen Zeitungsartikel werden ausschließlich als zeitgeschichtliche Quellen wiedergegeben; ihre Inhalte und Wertungen werden dadurch nicht übernommen.
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