Martinsbrunnen
Aus der Bonner Volkszeitung vom 4. Mai 1902:
»Der Brunnen an der Sürst, den unser Mitbürger Herr Dr. Pfahl der Stadt gestiftet hat, ist in seinen wesentlichen Theilen aufgestellt und fertig. Die Idee, welche der hübschen Gruppe zu Grunde liegt, ist aus der großen Ausstellung von Entwürfen längst bekannt. Es handelt sich um eine Scene vom Martinsabend. Die Hauptfigur ist ein kräftiger frischer Junge, der eine Laterne in der Hand dahinschreitet. Eine erschreckte Gans sucht ihren Weg durch seine Beine. Kinder zu seinen Füßen treiben ihr fröhliches Spiel mit dem schnatternden Federvieh. Das Ganze zeugt von allerliebster Auffassung und volksthümlicher Gestaltungskraft. Der architektonische Aufbau des Brunnens ist ebenso glücklich gerathen. Auf einer Vorstufe erhebt sich von hellgrauem, bayerischem Granit der Rand des Wasserbeckens, das einen Bodenbelag von Terrazzo erhält. Von bayerischem Granit ist auch die Brunnenmuschel, in die aus kleinen Drachenköpfen das Wasser sich ergießt. Sie ruht auf Säulen aus röthlichem, schwedischem Granit und ist die eigentliche Trägerin der Martinsgruppe. Die Größenverhältnisse des Brunnens sind dem Platze angemessen. Für unsere Stadt, die an öffentlichen Monumenten keinen Ueberfluß hat, bedeutet der Martinsbrunnen eine schätzenswerthe Verschönerung.«
Die historischen Zeitungsartikel werden ausschließlich als zeitgeschichtliche Quellen wiedergegeben; ihre Inhalte und Wertungen werden dadurch nicht übernommen.
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