
Beethoven-Büste
von Naum Aronson
Aus der Bonner Zeitung vom 19. Dezember 1905:
»Eine stimmungsvolle Feier hatte am Sonntag mittag eine kleine Schar aufrichtiger Beethovenfreunde im Garten des Beethovenhauses vereinigt. Im Frühjahr dieses Jahres, um die Zeit des großen Musikfestes, war von dem russischen Bildhauer N. Aronson eine Beethovenbüste geschaffen worden, die nun in dem lauschigen weltverlorenen Plätzchen aufgestellt werden sollte. Aronson ist ein Schüler Rodins und, wie dieser ein Temperaments-Mensch. Unter seinen Händen war der Beethovenkopf an einem einzigen Tage herausgewachsen, nachdem der Künstler allerdings die eingehendsten Vorstudien gemacht hatte. Der Kopf wirkt infolgedessen auch wie eine Impression. Das mächtige Haupt ist leicht zur Seite und nach vorn geneigt, als grüble der Meister über irgend eines seiner erdfernen Werke nach. Um den herben Mund zieht sich ein strenger, unerbittlicher Zug, hinter der massigen Stirn, die schwer über den Augen lastet, scheinen große Gedanken zu erwachen; die Haare flattern wirr nach allen Seiten […]. Beethovenfreunde setzten den Verein sodann in die Lage, die Büste in Bronze gießen zu lassen; ferner wurde ein dunkelgrauer Granitsockel beschafft, der nun am hinteren Ende der kleinen Gartenwiese des Meisters Büste trägt. Für die Einweihung hatte man in sinniger Weise den Geburtstag Beethovens, und zwar den 135., gewählt.«
Die historischen Zeitungsartikel werden ausschließlich als zeitgeschichtliche Quellen wiedergegeben; ihre Inhalte und Wertungen werden dadurch nicht übernommen.
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