
Kaiser-Wilhelm-Gedächtnismal (A 130)
von Johann Degen und Rudolf Schultze
Aus der Bonner Zeitung vom 24. März 1897:
»Die Einweihung des Denksteins auf der Kaiser Wilhelm-Höhe vollzog sich am Nachmittag unter einem Sonnenschein, wie er der Feier nicht strahlender lachen konnte. In der ersten Nachmittagsstunde entwickelte sich festliches Leben und Treiben auf dem Kaiserplatz und in der Poppelsdorfer Allee, eine Völkerwanderung flutete hinaus nach der Höhe, die ihren besonderen Glanz erhielt durch die Auffahrt der Chargirten unserer studentischen Korporationen. [...]
Droben auf der Höhe grüßte die Ankommenden inmitten der Föhren- und Birkenwaldung ernst und weihevoll emporragend der Denkstein, ohne jeden Schmuck, nur die beiden Kandelaber, die als Vorposten vor ihm stehen, trugen in ihren Schalen grüne Gewächse, am Fuß der Gedenktafel lag ein großer Lorbeerkranz, gewidmet von der Stadt Bonn. Der Denkstein, bekanntlich von den Stadtverordneten und der Stadtverwaltung aus eigenen Mitteln gestiftet, nach dem Entwurf des Stadtbaurats Schultze ausgeführt, besteht [...] aus einer Pyramide von Säulenbasalten, rheinischem Gestein, das im Siebengebirge gebrochen und in natürlicher Schichtung, sich verjüngend zu stattlicher Höhe geführt ist [...]; die Widmungstafel ist der naturwüchsig kraftvollen Art des Ganzen entsprechend in romanischem Stil ausgeführt. In einer Umrahmung aus Oberkirchener Sandstein trägt sie auf einer eingelassenen Tafel aus schwedischem Granit in polirter und gestockter Ausführung das Medaillonbildnis des alten Kaisers in Bronze und die Widmung. Die Bildhauerarbeiten sind von dem Bildhauer Johann Degen in Köln, die Steinmetzarbeiten von Gebrüder Acker in Bonn.«
Die historischen Zeitungsartikel werden ausschließlich als zeitgeschichtliche Quellen wiedergegeben; ihre Inhalte und Wertungen werden dadurch nicht übernommen.
Niesen, Josef: Bonner Denkmäler und ihre Erbauer. Bonn 2013.
