Martins-Reliefs

von Ernemann Sander

Datierung: 1982/83 Material/Technik: Bronze Kategorie: Denkmal Stadtteil: Zentrum Standort: Martinsplatz, Bonner Münster
Beschreibung

Auf vier Bronzetafeln mit insgesamt sechs Szenen erzählt Ernemann Sander das Leben des Heiligen Martin von Tours.

»Das Einzelrelief der Nordseite verknüpft ein Abbild der alten Martinskirche mit dem heutigen Martinsbrauchtum. (...) Sander gibt die rekonstruierte Fassung des Bauwerks wieder, wie sie Sulpiz Boisserée 1832 in seinem Tafelwerk über die romanische Baukunst am Niederrhein veröffentlichte.

Im Vordergrund sitzt hoch zu Roß der Reiter, der - mit Soldatenmantel und Helm kostümiert - alljährlich beim Martinsumzug durch die Stadt den Heiligen verkörpert. Vor ihm haben sich zahlreiche Kinder mit Laternen versammelt und lauschen seiner Ansprache, der er mit ausgestreckter Linken Nachdruck verleiht. Ein kleines Mädchen klammert sich ängstlich an seine größere Schwester. Weitere Kinder mit Fackeln kommen links aus einem Tor der Mauer um die Martinskirche heran. Zwei Gänse - Martins Attribute - in einem Käfig, der links den Reliefrahmen sprengt, läßt der Künstler ihre Hälse durch die Gitterstäbe recken (...). Am rechten Bildrand ragt ein anderes bönnsches Denkmal auf: die Gerichtssäule mit der Kugel vor dem Nordportal des Münsters. Der römische Säulenschaft aus Sandstein trägt aus mittelalterlicher Zeit eine Weltkugel als Wahrzeichen des Gerichtsherrn. St. Martin verbindet anschaulich in diesem Relief das römische mit dem christlichen Bonn und mit dem Martinsbrauchtum in der Stadt von heute.«

(Hansmann, 1997, S. 111)

Literatur

Hansmann, Wilfried: »Die Martins-Reliefs am Bonner Martinsplatz«, in: Sander, Gero (Hrsg.): Ernemann F. Sander. Königswinter 1997, S. 94ff.

Niesen, Josef: Bonner Denkmäler und ihre Erbauer. Bonn 2013.

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