
Magdalenenkreuz (A 488)
von Urheberschaft unbekannt
»An einer Außenmauer des Pfarrhauses von Schwarz-Rheindorf hat ein Denkmal Aufstellung gefunden, das noch an die Rechtshoheit des alten Stiftes erinnert. Es ist das Denkmal der büßenden Magdalena, das früher an dem ins Niederfeld führenden Wege stand, an jener Stelle, wo sich einst die Richtstätte erhob. Schon Erzbischof Philipp von Heinsberg hatte 1176 das Stift Schwarz-Rheindorf mit besonderen Rechten ausgestattet. (...) Da aber die Kirche den Personen des geistlichen Standes nicht erlaubte, das Hochgericht, oder, wie es im Mittelalter hieß, das „Gericht über Hals und Brauch“ selbst zu vollziehen, so mußte sich auch die Aebtissin von Schwarz-Rheindorf eines Vogts bedienen, der in ihrem Namen die Urteile fällte. (...) War ein armer Sünder eines todeswürdigen Verbrechens überführt und zur Hinrichtung verurteilt worden, so geleitete man ihn zum Galgen, in dessen Nähe das Kreuz mit der büßenden Magdalena stand. Dieses Sinnbild der Reue war ihm ein letzter Trost vor dem unerbittlichen Ende.«
(General-Anzeiger, 17. Dezember 1949)
Bücher, Johannes: Wegekreuze und Bildstöcke im Gebiet der Stadt Beuel. Bonn 1968.
Hacker-de Graaff, Ruth: Wegekreuze im Bonner Raum. Bonn 1991.
Weitere Kunstwerke im Stadtteil Schwarzrheindorf / Vilich-Rheindorf



