Gedenken an die Novemberpogrome des Jahres 1938
November 2026
Zum 88. Jahrestag des Geschehens finden an den Mahnmalen für die in der NS-Zeit zerstörten Synagogen auf dem heutigen Bonner Stadtgebiet Gedenkveranstaltungen statt.
Der vom nationalsozialistischen Regime organisierte Judenhass fand seinen bis dahin stärksten Ausdruck in dem am 9. und 10. November 1938 im ganzen Deutschen Reich systematisch durchgeführten Pogrom, das sich gegen Synagogen, jüdische Geschäfte und Einrichtungen und die jüdischen Mitbürger und deren Wohnungen richtete.
Die Bonner Synagoge am heutigen Moses-Hess-Ufer, 1879 unter großer Anteilnahme der gesamten Bonner Bevölkerung eingeweiht, wurde am Morgen des 10. November von vermutlich ortsfremden SS-Männern in Brand gesetzt. Zunächst erfolgreiche Löschversuche der Feuerwehr wurden gegen Mittag durch den Bonner Polizeidezernenten unterbunden. In der Folge beteiligten sich auch Bonner an der Zerstörung des Gotteshauses, eine große Menschenmenge schaute von der damaligen Rheinbrücke aus tatenlos zu. Die Synagogen in Godesberg, Mehlem, Poppelsdorf und Beuel wurden an diesem Vormittag ebenfalls vernichtet.
An deren ehemaligen Standorten in der Innenstadt, in Poppelsdorf und in Beuel, erinnern heute Mahnmale, in Godesberg und Mehlem Erinnerungstafeln, an die traurigen Ereignisse des Jahres 1938. Dort wird jedes Jahr des Pogroms gedacht, diesmal zwischen dem 8. und dem 10. November. Die zentrale öffentliche Gedenkveranstaltung am 10. November 2026 besteht aus einem um 16 Uhr beginnenden Konzert im Foyer des Opernhauses und einer ab 17 Uhr am Synagogen-Mahnmal am Moses-Hess-Ufer abgehaltenen Feier.
