Hubertus von Pilgrim gestorben

Der Bildhauer, der in Bonn durch seine Denkmäler von Konrad Adenauer und Ludwig Erhard bekannt ist, starb am 1. Januar 2026.

Hubertus von Pilgrim wirkte als Bildhauer, Medailleur und Kupferstecher. Die Darstellung des Menschen – als Porträt, in Bewegung oder im historischen Kontext – stand im Mittelpunkt seines Schaffens.

Große Bekanntheit erlangte er 1986 durch die Aufstellung seiner unkonventionellen und nicht unumstrittenen Porträtbüste Konrad Adenauers vor dem ehemaligen Bonner Bundeskanzleramt. In Bonn schuf er auch den Ludwig-Erhard-Brunnen in Rüngsdorf, der 1992 am Gebäudekomplex der ehemaligen Deutschen Ausgleichsbank (heute KfW-Bankengruppe) errichtet wurde.

Sein wohl eindrücklichstes Werk ist das 1989 entstandene Mahnmal des Todesmarsches, welches in 22 Stationen in und um München an mehr als 10.000 Gefangene des KZ Dachau erinnert, die in den letzten Kriegstagen im April 1945 unter größten Entbehrungen von ihren Bewachern Richtung Alpen getrieben wurden.

Hubertus von Pilgrim wurde 1931 in Berlin in eine kunstaffine Familie geboren. Nach einer Lehre als Böttcher begann er zunächst ein Studium der Kunst- und Literaturgeschichte sowie der Philosophie in Heidelberg und nahm parallel privaten Kunstunterricht. Von 1954-60 studierte er Bildhauerei bei Bernhard Heiliger in Berlin, anschließend bildete er sich 1961 in Paris als Kupferstecher fort. 1963 wurde von Pilgrim in Braunschweig zum Professor an die Hochschule für Bildende Künste berufen, 1977 wechselte er an die Münchner Kunstakademie, wo er bis 1995 lehrte. Zwei Jahre später wurde dem Künstler das Große Bundesverdienstkreuz verliehen. Nach seiner Emeritierung lebte er in Pullach bei München, wo er nun im Alter von 94 Jahren starb.