100. Geburtstag von Hans Dieter Bohnet
Am 1. Januar 2026 jährt sich zum hundertsten Mal der Geburtstag des Bildhauers. Er ist in Bonn mit der Stahlplastik Integration '76 vertreten.
Geboren wird Hans Dieter Bohnet am 1. Januar 1926 im württembergischen Trossingen. Seit seiner Jugend lebt er in Stuttgart und studiert dort ab 1945 zunächst Architektur, dann Bildhauerei. Nach seinem Abschluss 1950 bleibt er als freier Bildhauer in Stuttgart ansässig, wo er im Jahr 2006 80-jährig verstirbt.
Anfangs arbeitet Bohnet figürlich, ab Ende der 1960er Jahre gelangt er zu seinem charakteristischen, ungegenständlichen Stil. Geometrische, räumliche Formen wie Kugel und Quader stehen von nun an im Mittelpunkt seines Werkes. Bohnet öffnet diese gleichförmigen Körper durch Einschnitte, er entfernt Segmente oder zerlegt sie in scheibenartige Einzelteile. Aus diesem Spiel mit Form und Raum, Innen und Außen ergeben sich spannungsvolle Objekte, die von jedem Blickpunkt eine andere Ansicht bieten. Vielfach erschafft der Künstler Objekte der Kunst am Bau und für den öffentlichen Raum.
Seine Integration '76, eine monumentale Stahlkugel mit einem Durchmesser von knapp vier Metern, ist prominent am nördlichen Ende der Rheinaue unweit des Langen Eugen aufgestellt. Die Kugel ist in teils gegeneinander versetzte Scheiben zerlegt, dadurch entstehende Öffnungen geben den Blick auf einen innenliegenden Quader frei. Trotz ihrer enormen Größe ist sie auf ihrer Achse drehbar. Schon 1974 entwirft Bohnet dieses Werk im Rahmen eines Wettbewerbs für die Ausgestaltung des Platzes vor dem Kanzlerbungalow. Nachdem sich der damalige Bundeskanzler Helmut Schmidt gegen die Aufstellung an diesem Ort entscheidet, wird sie zunächst bei der Bundesgartenschau 1977 in Stuttgart gezeigt und findet 1986 schließlich ihre endgültige Aufstellung am heutigen Ort.
